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Islandpferd in der AbendsonneIslandpferd in der Abendsonne; Foto: K. Hinners

Das Islandpferd

Das Islandpferd

In ihrer Heimat Island gibt es keine andere Pferderasse – die Population hat seit der Besiedlung vor über 1100 Jahren den gleichen Genpool, und das macht Islandpferde so besonders: charakterstark, temperamentvoll und widerstandsfähig.

Ein einmal exportiertes Pferd darf Island nie wieder betreten, um keine kontinentalen Krankheiten einzuführen. Viele Islandpferdeliebhaber kommen nach Island, um mehr über die Herkunft ihres Vierbeiners oder die Geschichte des Islandpferdes zu erfahren. Wanderritte, Turniere und Zuchtschauen haben in Island langjährige Tradition. Es gibt heute etwa 80.000 Pferde in über 40 Fellfarben in Island, für ein Land mit 320.000 Einwohnern eine große Anzahl.

Eine weitere Besonderheit des Islandpferdes sind seine 5 Gangarten, die es beherrscht.

Gangarten

Schritt (isländisch "fetgangur")

Schritt
Schritt
Der Schritt ist die langsamste Gangart, ein Viertakt mit 8 Phasen, bei denen jeder Huf länger den Boden berührt als er in der Luft ist. Islandpferde beherrschen – wie jede andere Rasse – auch den Schritt, der beim Reiten zur Entspannung des Pferdes sehr wichtig ist. Auf schwierigem und steilem Gelände "klettert" das Islandpferd sehr trittsicher und vorsichtig, während es auf weichem ebenen Untergrund gern in lockeren Trab oder Tölt fällt.

Trab (isländisch "brokk")

Trab
Trab
Der Trab ist ein diagonaler Zweitakt, bei dem der Vorder- und Hinterfuß der entgegengesetzten Seiten sich gemeinsam nach vorne bewegen. Es gibt Islandpferde, die mehr Veranlagung zum Trab als zum Tölt haben, aber auch umgekehrt gibt es Pferde, die lieber tölten als traben. Für das Reiten auf unebenem Gelände ist der Trab die sicherste Gangart. Um die Muskulatur gut auszubilden, sollte beim Islandpferd auch der Trab gut gefördert werden.

Galopp (isländisch "stökk")

Galopp
Galopp
Der Galopp ist ein Dreitakt, der in verschiedenen Tempi geritten werden kann. Ein langsamer Galopp ist komfortabel, während ein schneller Galopp das Pferd beleben und den Vorwärtsdrang steigern kann. Der Galopp ist gegenüber dem Tölt recht kräftezehrend für das Pferd und sollte nicht über lange Distanzen geritten werden. Auch wirkt ein galoppierendes Pferd u.U. "ansteckend" auf den Rest der Herde, weshalb ein kontrolliertes Reiten besonders in dieser Gangart wichtig ist.

Tölt (isländisch "tölt")

Tölt
Tölt
Der Tölt ist die Besonderheit des Islandpferdes, ein weicher lateraler Viertakt, bei dem die Hinterbeine weit unter den Schwerpunkt treten. Das Islandpferd beherrscht diese Gangart von Natur aus und kann lange Distanzen im Tölt zurücklegen. Das Tempo variiert von einem langsamen, versammelten Tölt bis hin zu einem sehr schnellen, starken Tölt. Das angenehm weiche Sitzen macht diese Gangart bei Reitern so beliebt und ist bei langen Wanderritten eine Wohltat.

Rennpass (isländisch "fljúgandi skeið")

Rennpass
Rennpass
Der Rennpass (auch "Fliegender Pass" genannt) ist die Königsdisziplin der Gangpferdereiterei. Den besonderen Genuss der fünften Gangart teilen nur erfahrene Reiter mit gut im Rennpass ausgebildeten Pferden, die eine Veranlagung dazu haben (nicht jedes Islandpferd bringt die Pass-Veranlagung mit). Der Pass ist ein schneller lateraler Zweitakt, in den das Pferd aus dem Galopp "gelegt" wird.

Erlebnis Islandpferd

Wenn Sie - ob Reiter oder nicht - sich einfach nur über Islandpferde, ihre Eigenschaften und die isländische Reitweise informieren möchten, könnten Sie einen der Höfe besuchen, die sich darauf spezialisiert haben, diesen Aspekt isländischer Kultur vorzustellen.

Der Hof Fríðheimar zum Beispiel bietet von Mai bis Oktober regelmäßig Pferdeshows an und liegt gut erreichbar in Reykholt (an der Straße in Richtung Geysir). Bitte erkundigen Sie sich vorher bei uns oder direkt auf dem Hof, ob zu dem gewünschten Besuchszeitraum eine Show in deutscher Sprache stattfindet.